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Freier Markt

Freier Markt

Der Begriff wird meist in der Ökonomie verwendet. Der freie Markt (freier Handel) bezeichnet die Vorstellung von einem Markt, an dem die Marktteilnehmer ohne Einschreiten (Interventionismus) des Staates agieren können und alle Aktionen auf einer gegenseitigen Vereinbarung aufgebaut sind ohne jegliche erzwungene Einflussnahme. Siehe auch: Marktwirtschaft, Kapitalismus, Anarchokapitalismus, Manchesterliberalismus, Adam Smith, Richard Cobden Kategorie:Volkswirtschaftslehre ja:自由市場 th:ตลาดเสรี

Ökonomie

Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zu nutzen, um die Erhaltung und Sicherheit des Lebens der Menschen zu garantieren und zu fördern sowie ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:
- Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit;
- Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem.
- Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Siehe dazu auch Lebensstandard. Die Wirtschaft hat eine Verantwortung als eine der gestaltenden Kräfte in der Gesellschaft. Mit dieser Dimension der Gestaltung ist die Wirtschaftsethik befasst. Viele Unternehmensberater weisen auf die Gefahren hin, in die sich Unternehmen begeben, wenn sie offensichtlich egoistisch handeln und dadurch ihr Image bei potenziellen Kunden und Geschäftspartnern schädigen.

Entwicklung zur modernen Wirtschaft

Eine typologisierende Geschichte der Wirtschaft beginnt mit der Ausnutzung der in der Natur vorhandenen Güter, beispielsweise der Nahrung und der Rohstoffe. Diese Bereiche der Wirtschaft - Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau - bilden bis heute einen fundamentalen Bestandteil der Gesamtwirtschaft. Sie dienen der Bevölkerung primär zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse, der sog. Existenzbedürfnisse. Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie. Produkte der gewerblichen Wirtschaft befriedigen üblicherweise andere Bedürfnisse als die, die mit den Ausgangsgütern befriedigt werden. Um die Befriedigung der Bedürfnisse einer Bevölkerung sicherzustellen, müssen die vorhandenen Güter jedoch auch an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hierzu dienen die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft. Schließlich reichen materielle Güter alleine nicht zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse aus. So umfasst der Bereich der Dienstleistungswirtschaft ein weites Spektrum an immateriellen Gütern. In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll.

Wirtschaftsformen

Mehr in einem typologischen als historischen Sinn kann die Selbstversorgung als ursprüngliche Wirtschaftsform angesehen werden, in der jeder Mensch oder kleine Gruppen von Menschen jeweils alle Aufgaben übernehmen, die zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendig sind. Auf Basis größerer sozialer Gemeinschaften entwickelt sich das Prinzip der Tauschwirtschaft, in der einzelne Menschen die Rolle eines Spezialisten ausüben und sich auf die Produktion oder Umwandlung eines speziellen Gutes konzentrieren. Die Befriedigung der Bedürfnisse erfolgt dabei im gegenseitigen Austausch dieser Güter. Das Prinzip der Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle heutigen Wirtschaftsformen. Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert. Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen. Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob noch weiter unterteilt werden in die Formen der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln in Form eines - mehr oder weniger freien - Marktes, der den Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern schaffen soll. Die Planwirtschaft hingegen ist darauf angelegt, mit Hilfe einer zentralen Steuerung die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln und die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der produzierten Güter einzusetzen. In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen jedoch wiederum Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche in Form der Planwirtschaft abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, jedoch einer gewissen staatlichen Kontrolle unterworfen sind, indem sie z.B. zur Erbringung gewisser Mindestleistungen zu festgelegten Preisen gezwungen sind. In Westeuropa ist hierbei oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.

Wirtschaftswissenschaften

Zur Untersuchung wirtschaftlichen Handelns, der Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen Unterstützung staatlichen und betrieblichen Entscheidens haben sich die Wirtschaftswissenschaften (Ökonomik) entwickelt. Sie werden üblicherweise in zwei Bereiche aufgeteilt, die Volkswirtschaftslehre und die Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.). Die Betriebswirtschaft hingegen befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel. Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein berühmtes Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. In diesem Buch kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen. Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt. In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Christliche Soziallehre

Unter kritischer Abkehr von nachweislich falschen libertären Wirtschaftstheorien entwickelten die Kirchen gemeinsam mit sozialen Organisation ein alternatives, weniger marktfundamentalistisches Wirtschaftskonzept, welches, aufbauend auf die christlichen Grundüberzeugungen, das Leben der Menschen solidarischer und nachhaltiger gestalten helfen soll. Ökologie, Ökonomie - Dem Wohl und dem Überleben dienen Dieses Leitbild verbindet die ökologische Frage mit der sozialen und ökonomischen Frage und dem Thema des Überlebens der Menschheit. "Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte: -Gerechtigkeit und Frieden: ein weltweites Entwicklungskonzept für alle Menschen - besonders in den wirtschaftlich schwachen und armen Ländern - in ihrem staaten- und länderübergreifenden Zusammenleben -Ökologie: die Rückkopplung der weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse an die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen -Gegenwart: die Sicherung der Grundversorgung für alle heute lebenden Menschen und die Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Erde -Zukunft und Vorsorge: die Sicherung der Existenzvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben künftiger Genera- tionen, also der vorsorgliche Umgang mit Natur und Umwelt zugunsten der Lebensmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft. Auf diese Weise schließt die Leitvorstellung der Nachhaltigkeit das Anliegen der ökologischen Vorsorge und der Prävention ein. Unter anderem leitet sie dazu an, die Ressourcen der Natur zu schonen sowie erneuerbare Energien (z.B. Sonnen- und Windenergie) zu nutzen, um einer Erwärmung der Erdatmosphäre vorzubeugen. Auch in Kirche und Theologie findet der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. der ökologischen Vorsorge zunehmend Beachtung. Er ergänzt, vervollständigt und vernetzt die ethischen Werte und Prinzipien, die für Kirche und Theologie traditionell leitend sind, wie z.B. die Würde der Person, Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl, Bewahrung der Schöpfung. In diesem Sinn betont das Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", das der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz 1997 zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland verabschiedet haben: "Die christliche Soziallehre muß künftig mehr als bisher das Bewußtsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wekken. Sie muß den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das - allem menschlichen Tun vorgegebene - umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Eben dies will der Leitbegriff einer nachhaltigen, d. h. dauerhaft umweltgerechten Entwicklung zum Ausdruck bringen" (Nr.125).

Siehe auch


- Wirtschaftsordnung
- Portal:Wirtschaft

Literatur


- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg Verlag. Zweite Auflage, München, Wien 2004. ISBN 3-486-57576-7
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Weblinks


- [http://www.bdvb.de bdvb] - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- Telepolis special: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/default.html Ökonomie]
- [http://www.wirtschaftswiki.de/index.php?title=Hauptseite] - Wirtschaftswiki des Handelsblatt
- [http://www.wertekommission.de Wertekommission] - Initiative 25-45jähriger Fach- und Führungskräfte zum Thema Werte in der Wirtschaft ! ja:経済学 ko:경제학 simple:Economics th:เศรษฐศาสตร์

Interventionismus

Interventionismus beschreibt die Neigung der Legislative, sich in die wirtschaftlichen Aktionen seiner Bürger einzumischen, zu "intervenieren".

Argumentation

Der Staat stellt diese Aktionen grundsätzlich als erforderlich zum Schutze seiner Unternehmen, Bürger oder sonstiger lobbyrelevanter Gruppierungen dar. So soll zum Beispiel ein Mindestlohn dafür sorgen, die Nettowohlfahrt zu steigern, Zölle und Protektionismus die einheimische Wirtschaft vor der ausländischen Konkurrenz schützen und Subventionen bestimmte Wirtschaftsbereiche oder Wirtschaftsregionen fördern, z.B. die ehemaligen Zonenrandgebiete oder die Beitrittsländer. Gegner des Interventionismus argumentieren, dass es dadurch immer zu einer Fehlallokierung der volkswirtschaftlichen Ressourcen komme:
- Mindestlöhne erzeugten Arbeitslosigkeit,
- Zölle und Protektionismus bewirkten bei deren Wegfall den Zusammenbruch ganzer Branchen und
- Subventionen führten zur Verschwendung von öffentlichen Geldern, sowohl bei direkten Subventionen (der Staat gibt Geld), als auch bei indirekten Subventionen (der Staat verzichtet bei bestimmten Abschreibungstatbeständen auf Einkommenssteueranteile). Letzteres habe zum Beispiel zu einem gigantischen Überschuss an leerstehendem Wohnraum und ungenutzen Supermarktzentren in Ostdeutschland geführt.

Siehe auch

Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik, Österreichische Schule, Keynesianismus Kategorie:Volkswirtschaftslehre

Kapitalismus

Kategorie:Wikipedia:Neutralität Als Kapitalismus wird eine Wirtschaftsordnung verstanden, die sich durch Privateigentum an Produktionsmitteln sowie Produktion für den Markt auszeichnet. Der Begriff wurde im deutschsprachigen Raum von Werner Sombart in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt. Als kapitalistisch wird weiterhin eine Gesellschaft bezeichnet, wenn die durch den Markt geregelte Arbeitsteilung dominierendes und strukturierendes Prinzip dieser Gesellschaft ist. Produktionsweisen, die auf Sklaverei, bäuerlicher Subsistenzwirtschaft oder feudalen Arbeitsverpflichtungen gegründet sind, werden daher nicht als kapitalistisch bezeichnet. Der Kapitalismus begann mit dem Fernhandel im ausgehenden Mittelalter und löste in Europa den Feudalismus und die bürgerlich-handwerkliche Stadtwirtschaft ab. Zur Entfaltung kam der Kapitalismus mit der Industrialisierung.

Wortherkunft

Ethymologisch kommt das Wort ursprünglich von lat. capitalis (Haupt-), was wiederum von caput (Kopf) kommt. Einer Deutung zufolge bemaß sich ursprünglich das „Kapital“ nach der Größe der Viehherden, also nach der Anzahl der Köpfe in einer Rinderherde usw. Im Lateinischen machte aber caput, capitalis ebenfalls schon einen Bedeutungswandel durch, der im deutschen durch „Haupt-“ nachvollzogen wird. „Summa capitalis“ war die Hauptsumme in Wirtschaftsrechnungen, woraus dann „Kapital“ entstanden sein soll. In Europa erschienen die Wörter „capitaliste“ und „capitalisme“ erstmalig im 18. Jahrhundert in Frankreich. Im Deutschen wurde das Wort „Kapitalismus“ nicht, wie viele glauben, von Marx oder Engels eingeführt, sondern es tauchte erst 1902 in Werner Sombarts „Der moderne Kapitalismus“ auf und dann 1904 in Max Webers Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus.

Nähere wirtschaftswissenschaftliche Bestimmung

Der Kapitalist bekommt durch die Rendite seines Eigenkapitals das Risiko, das er mit dem Einsatz seines Kapitals auf sich genommen hat, sowie den vorläufigen Verzicht auf das investierte Kapital abgegolten (Opportunitätskosten, vgl. auch Unternehmerlohn) – in durchaus unterschiedlicher Höhe (diese hängt sowohl von seiner Verhandlungsgeschick als auch von der nicht beeinflussbaren generellen Preisentwicklung auf dem Arbeitsmarkt und Absatzmarkt ab). Er strebt also nach Maximierung seiner Eigenkapitalrendite. Eigenkapitalrendite Wo der nach dem Modell des "homo oeconomicus" handelnde Kapitalist nicht eine Rendite größer der Liquiditätsprämie für sein Geld zu erzielen glaubt, wird er dieses Geld nicht investieren (da es dann günstiger ist, dies Geld zu horten, also zu behalten und stets verfügbar zu haben). Vor diesem Hintergrund ist auch der Spruch „Das Kapital ist wie ein scheues Reh.“ zu verstehen, es kommt maßgeblich auf die erwartete Rendite an. Der Kapitalist wird desto waghalsiger, je höher ihm die erwartbare Eigenkapitalrendite erscheint. Der Kapitalist wird außerdem sein Kapital dort anzulegen streben, wo er die höchste Rendite (Profitrate) zu erwarten hat. Dabei spielen auch politische Rahmenbedingungen eine Rolle, was der einst auf den damals noch hessischen Politiker Joschka Fischer gemünzte Spruch "Wo in Turnschuhen regiert wird, kriegt das Kapital Beine" auf den Punkt bringt. Tritt der Kapitalist seine Funktionen an ein angestelltes Management ab, so dringt ein hochspekulatives Element in die kapitalistische Wirtschaft ein, weil hier relativ straflos Wagnisse eingegangen werden können.

Kapitalismus und Marktwirtschaft

Kapitalismus ist als Schlüsselbegriff des Marxismus heutzutage längst kein neutraler Begriff mehr, der daher in den Wirtschaftswissenschaften eher gemieden und durch den nicht völlig deckungsgleichen und weitläufiger zu verstehenden Begriff der Marktwirtschaft ersetzt wird. Diese Generalisierung ist aber nur als Abgrenzung von der Planwirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft) sinnvoll und verständlich. Ansonsten kann durchaus zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus unterschieden werden – Märkte gab es bereits vor der Erfindung des Münzgeldes.

Wesentliche Elemente

Privateigentum und dezentrale Entscheidung

Durch private Eigentumsrechte an den Produktionsmitteln (Kapital) werden die Entscheidungsbefugnisse der Politik weitgehend entzogen und in Märkten dezentralisiert, da jeder Eigentümer (Kapitalist) rechtlich (nicht unbedingt tatsächlich) über seine eigene Planung verfügt. Die privaten Produktionsmittel werden heute nur noch in seltenen Fällen direkt vom Eigentümer, sondern mehrheitlich von einer Personen- oder Kapitalgesellschaft verwaltet. Deren Geschäftsführer (Manager) entscheidet im Auftrag der übrigen Eigentümer, was nach der Prinzipal-Agent-Theorie zu Konflikten führen kann. Diese Interessenkonflikte zwischen Eigentümer und Manager sollen durch klare rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen (Corporate Governance) begrenzt werden.

Koordination durch den Markt

Die Planung des Einzelnen wird durch den Marktmechanismus koordiniert. Der Markt ist definiert als der (ggf. virtuelle) Ort, an dem Angebot und Nachfrage aufeinander treffen. Dabei bewirkt der Austausch von Angebot und Nachfrage idealtypisch eine Koordination über den Preis, die Menge und die Art der Güter

Aspekte kapitalistischer Ökonomien

Privatwirtschaft

Im Kapitalismus werden viele Dienstleistungen als wirtschaftliche Güter auf Märkten angeboten. Öffentliche bzw. staatliche Dienstleistungen (sogenannte Daseinsvorsorge) als auch private unentgeltliche Leistungen unterliegen dem Druck, ebenfalls in auf Märkten gehandelte wirtschaftliche Güter umgewandelt zu werden (Kommodifizierung). Beispiele sind soziale Dienstleistungen, Kultur- und Bildungsangebote. Befürworter des Kapitalismus argumentieren, dass nur in dieser Wirtschaftsform ein selbstbestimmtes Leben möglich ist, da nur im Kapitalismus alle Wirtschaftsbeziehungen auf Freiwilligkeit, und nicht auf staatlichem Zwang basieren. Dieses Argument wird vor allem von Anhängern des Liberalismus vertreten. Kritiker wenden ein, dass rein altruistische Verhaltensweisen nach Marktgesetzen unrentabel seien, am Markt tendenziell nicht bestehen könnten, und so zugunsten von Gewinnmaximierungs-Strategien verdrängt würden, ebenso wie menschliche Tätigkeiten, die keine am Markt nachgefragten und handelbaren Waren oder Dienstleistungen darstellen: Die dafür verwendete Zeit bringt keinen (finanziellen) Gewinn, während die Lebenshaltungskosten weiterhin gedeckt sein müssen. Es bestehe eine starke Tendenz zur Rationalisierung aller Lebensbereiche, die durchwegs im Hinblick auf Nutzen und Rentabilität organisiert würden. Jedermann solle das eigene Leben auf diese Weise nach den Anforderungen des Marktes gestalten, „sich gut verkaufen“. Einzelschicksale gerieten dabei oftmals in den Hintergrund. Kritiker des Kapitalismus fordern deshalb, dass die Wirtschaft für den Menschen dasein müsse, nicht umgekehrt.

Wirtschaftswachstum

Durch die kapitalistische Wirtschaftsform ist in der Vergangenheit enormes Wirtschaftswachstum generiert worden. Allerdings ist der Kapitalismus einem Wechsel von Konjunkturen und Krisen unterworfen, und in einzelnen Epochen, Regionen und/oder Wirtschaftsbereichen kam bzw. kommt es zum Rückgang der Wirtschaft. Besonders ausgeprägt war der deflationäre Zusammenbruch vieler Volkswirtschaften im Zuge der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Während manche Kritiker des Kapitalismus behaupten, dass nur die Intervention von Seiten des Staates es ermögliche, einen Kollaps der kapitalistischen Ökonomien anzuhalten, sind andere der Meinung, dass die Krisen durch staatliche Interventionen (Fiskalpolitik, Geldpolitik, Währungspolitik) überhaupt erst ausgelöst oder verstärkt werden. Die tendenzielle Kontinuität des Wachstums der kapitalistischen Marktwirtschaft kann als etablierte Mehrheitsmeinung der Volkswirtschaftslehre und z.T. der öffentlichen Meinung der 'Ersten Welt' angesehen werden. Die dem entgegen stehende Revolutionslehre von Karl Marx wird von dieser Mehrheitsmeinung als widerlegt betrachtet. Abweichend wird von einer Minderheit eingewandt, dass der Kapitalismus das Wirtschaftswachstum drosseln oder gar umkehren könne. Dies knüpft sich an die unternehmerische Kapitalkonzentration, als deren Folgen u. a. abgeleitet werden: (1) Hohe Preise und beschränkte Marktversorgung, sinkende Investitionen in Research and Development, Patentstillegungen (G. von Eynern, Monopol, Wb. d. Soz. 1969:720), (2) Anstieg innerorganisatorischer Machtkämpfe auf Kosten der Marktorientierung und -versorgung (vgl. R. Michels’ “Ehernes Gesetz der Oligarchie”), (3) außerökonomische Machtpolitik der Managements mit darauf antwortenden politischen Eingriffen (s. V. O. Key, Politics, Parties and Pressure Groups, 1950).

Stabilität

Die Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler hält den Kapitalismus für ein stabiles System, das nur durch temporäre Wirtschaftskrisen beeinträchtigt werde. Allerdings wird ihm auch von verschiedenen Kritikern der Untergang prophezeit oder prognostiziert: Marxistische Kritiker gehen davon aus, er werde durch Mehrwertanhäufung und daraus resultierende Monopolbildung unerträglich und durch Revolution beendet (vgl. das Kommunistische Manifest von 1848). Auch manche nichtmarxistische Volkswirte und Soziologen gehen davon aus, dass er untergehen werde oder könne, zum Beispiel Joseph Schumpeter.

Technischer Fortschritt

Hauptartikel dazu: Technischer Fortschritt Durch die Konkurrenz der Unternehmen gibt es für die marktorientierten Produzenten den permanenten Zwang, ihre Produkte zu verbessern bzw. neue Produkte zu entwickeln, sowie Verfahren zu optimieren. Dies führt zu Investitionen in Forschung und Entwicklung (R&D, „research and development“) und in deren Folge zu immer neuen Techniken, sofern diese Absatz versprechen. Nutzen und Gefahren vieler neuer Techiken werden allerdings sehr kontrovers diskutiert, siehe zum Beispiel Kernkraft, Transrapid oder Gentechnologie. Auch sind die Folgen der allgemeinen Automatisierung und Kybernetisierung ökonomisch nicht abschätzbar. Kritiker dieser Entwicklung (Club of Rome) argumentieren, dass Wachstum (selbst ein Wachstum, das von Demokratien gelenkt werden würde) von einer bestimmten Grenze an prinzipiell der menschlichen Gesellschaft Schaden bringe, etwa wenn eine Wirtschaftsbasis (d. h. die Güterproduktion) ihrerseits die Umwelt nachhaltig zerstöre.

Wohlstand

Der Kapitalismus hat in den sogenannten Industrienationen breiten Bevölkerungsschichten Wohlstand gebracht. Kritiker bemängeln jedoch die ungleiche Verteilung des Wohlstands. Durch Ausgleichsmechanismen, wie sie die Soziale Marktwirtschaft vorsieht, kann die Verteilung reguliert werden (vgl. Ordoliberalismus). Eine ungleiche Verteilung wird jedoch nicht generell als negativ angesehen, da Kapital, das sich in einigen Händen sammele, wieder investiert werden könne, und da sie vor allem einen Zwang in Richtung auf Leistung bedeute – im Gegensatz zu vielen vorkapitalistischen Gesellschaften, wo Reichtum zu Leistungsreduzierung verlockt habe, oder wo Vorstellungen eines „angemessenen Gewinns“ (wie im in Zünften organisierten Handwerk) den technischen Fortschritt bremste. Kritiker meinen ferner, marktbeherrschende Oligopolisten und Monopolisten tendierten zur Risikovermeidung bei Luxusgütern zu überhöhten Preisen, bei Basisgütern zur Unterversorgung des Marktes (so z. B. in der Pharmaindustrie). Die Nachfrageseite, die der Verbraucher, versuche dann, durch Vermeidung von Solidaritätsabgaben (Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, „Bremsen“ und Sabotage) die für sie negativen Folgen dieser Entwicklung abzumildern.

Netzwerkstruktur

In kapitalistischen Ökonomien können Unternehmen und Personen freie Vereinbarungen miteinander treffen (Prinzip der Vertragsfreiheit). Die Ökonomie reagiert auf Veränderungen in der Technik, auf Entdeckungen und auf andere neue Situationen mit Hilfe der Firmen und ihres Managements (ihrer Akteure), die ihre Arrangements untereinander wieder neu bewerten. Demgemäß scheinen sich die Kontrollmechanismen der Ökonomie und die sie betreffenden Informationsflüsse immer wieder zu verändern. Analysen der Netzwerke und Arrangements im Kapitalismus haben einen Grad von Ähnlichkeit zu anderen Netzwerken, wie etwa zum Telefonsystem oder Internet gezeigt.

Beschäftigung

In einer kapitalistischen Gesellschaft erhalten viele Individuen die finanziellen Mittel für ihren Lebensunterhalt durch entlohnte Arbeit an einem Arbeitsplatz. Viele andere (Familienangehörige) werden indirekt über diese Erwerbsarbeit mitfinanziert. Dies kann sich umkehren, sobald menschliche Arbeitskraft zunehmend maschinisiert wird. In den Krisen der kapitalistischen Gesellschaften kommt es häufig vor, dass Menschen keinen Arbeitsplatz finden, also niemanden, der ihr Angebot von Arbeitskraft „kauft“, etwa weil in ihrem Umfeld kein Bedarf vorhanden ist, oder weil sie nicht gewillt sind, ihre Arbeitskraft für den von den Unternehmen gebotenen Preis (das Entgelt) anzubieten. In kapitalistischen Volkswirtschaften werden bestimmte Arbeiten, die keiner besonderen Qualifikation bedürfen, oft zu Niedriglöhnen angeboten, die als zu gering angesehen werden, um den Lebensunterhalt des Werktätigen decken zu können. Als Ausweg werden daher oft staatlich garantierte Mindestlöhne angesehen. Allerdings werden durch sie ebenso wie durch staatliche Ersatzleistungen wie Arbeitslosengeld finanzielle Anreize zum Annehmen einer schlecht bezahlten Arbeit verringert. Auch Steuerumverteilung (von 'oben' nach 'unten') kann diese Anreize schmälern. All diese Mittel widerstreben zwar der theoretischen Nullarbeitslosigkeit, werden aber oft als mehr oder weniger gerecht oder fair empfunden. Staatliche Eingriffe sind aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit und der inneren Sicherheit sogar notwendig. Sie geben eine zusätzliche Sicherheit und fangen kranke, alte und schwache Gesellschaftsmitglieder auf, auch wenn auf diese Weise eine systembedingte gewisse Arbeitslosigkeit toleriert wird.

Planung

Durch private Eigentumsrechte an den Produktionsmitteln (Kapital) werden die Entscheidungsbefugnisse dezentralisiert. Jeder Eigentümer (Kapitalist) verfügt über seine eigene Planung. Diese wird durch den Marktmechanismus koordiniert. Kritiker bemängeln unbekannte und ungeprüfte Planung im gesellschaftlichen Maßstab: Obwohl es innerhalb der Unternehmen und auch anderen Organisationen einen großen Aufwand an Planung gibt, gebe es – infolge der durch Unwissen und Eigennutz begrenzten Horizonte der Planer – keine generelle wirtschaftsweite Richtung, keine zuverlässigen wirtschaftlichen Vorhersagen, oder ein Wissen, wie sich eine Firma kurzfristig in den nächsten Jahren orientieren soll. Während heute beinahe jede Transaktion von den Akteuren geplant und bestätigt werden muss, die daran teilnehmen, erscheinen viele gesellschaftliche Phänomene, die sich von Geschehnissen eines Marktes ableiten lassen und die selten geplant, vorhergesehen oder von jemanden autorisiert wurden. Hier sucht die Volkswirtschaftslehre, Antworten zu geben.

Die Frage nach dem Zusammenhang mit Demokratie und Frieden

Von Befürwortern des Kapitalismus wird die These vertreten, kapitalistische Gesellschaften tendierten langfristig zu Rechtsstaat und Demokratie, und sie verweisen dabei auf die demokratischen Entwicklungen in Europa, Amerika und Teilen von Asien. Eine weitere These ist, dass Demokratien untereinander signifikant weniger Kriege führen als gegen Nichtdemokratien und als diese untereinander. Daraus wird insgesamt gefolgert, dass der Kapitalismus dem Frieden diene. Kritiker betonen, dass der Kapitalismus die unabhängige Rechtsprechung gefährde (sie korrumpiere). Etliche verweisen auf die Vielzahl kapitalistischer Diktaturen, wie sie vor allem in den weniger entwickelten Staaten Asiens und Afrikas zu finden sind, sowie die ihrer Ansicht nach große Zahl der durch demokratische Staaten geführten Kriege. Insbesondere eine fortschreitende und globale Monopolisierung des Kapitals führe zu einer Erhöhung der Kriegsgefahr.

Theoretiker

Adam Smith

Ein bedeutender Theoretiker des Kapitalismus ist der schottische Nationalökonom und Moralphilosoph Adam Smith mit seinem Hauptwerk „Der Wohlstand der Nationen“ (1776). Er begründet den Eigennutz als einen wichtigen Motor für Wohlstand und gerechte Verteilung und meint, dass die Selbstregulation des Marktes durch Gleichgewichtspreise mehr Vertrauen verdient (die „Unsichtbare Hand“). In seinem Werk „Theorie der ethischen Gefühle“ schreibt er: „Trotz der natürlichen Selbstsucht und Raubgier der Reichen und obwohl sie nur ihre eigene Bequemlichkeit im Auge haben, obwohl der einzige Zweck, welchen sie durch die Arbeit all der Tausende, die sie beschäftigen, erreichen wollen, die Befriedigung ihrer eitlen und unersättlichen Begierden ist, trotzdem teilen sie doch mit den Armen den Ertrag aller Verbesserungen, die sie in der Landwirtschaft einführen. Von einer unsichtbaren Hand werden sie dahin geführt, beinahe die gleiche Verteilung der zum Leben notwendigen Güter zu verwirklichen, die zustande gekommen wäre, wenn die Erde zu gleichen Teilen unter alle ihre Bewohner verteilt worden wäre, und so fördern sie, ohne es zu beabsichtigen, ja ohne es zu wissen, das Interesse der Gesellschaft und gewähren die Mittel zur Vermehrung der Gattung. Als die Vorsehung die Erde unter eine geringe Zahl von Herren und Besitzern, verteilte, da hat sie diejenigen, die sie scheinbar bei ihrer Teilung übergangen hat, doch nicht vergessen und nicht ganz verlassen.

Karl Marx und Friedrich Engels

Gleichgewichtspreis Der Begriff der „kapitalistischen Produktionsweise“ wurde maßgeblich von Karl Marx und Friedrich Engels geprägt (als Begriff benutzten sie “Kapitalismus” nicht). Jede Ware habe einen Doppelcharakter, sie sei sowohl Tausch- als auch Gebrauchswert (siehe auch Warenfetischismus). Die Vermehrung des Kapitals erfolge über die Ausbeutung fremder Arbeitskraft als Lohnarbeit, indem die Ware Arbeitskraft zwar einerseits grundsätzlich zu ihrem Wert bezahlt wird, dieser Wert liegt jedoch andererseits systematisch unter dem insgesamt neu geschaffenen Wert, da die Arbeiter nicht den Wert der Produktion erhalten, sondern lediglich soviel, wie sie brauchen, um sich als Arbeiter zu erhalten. Dies ist der Wert der Arbeitskraft, welche die Arbeiter an die Kapitalisten verkaufen. Die Differenz zwischen Neuwert (Wertschöpfung) und Wert der Arbeitskraft ist der Mehrwert – der erzielbare Mehrwert werde aber gleichzeitig im Verhältnis zum eingesetzten Kapital (Profitrate) „tendenziell“ immer weniger (vgl. Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate). Marx meinte, angesichts dessen, wie die kapitalistische Dynamik von ihrem eigenen inneren Antagonismus voran getrieben werde, sei die letzte Grenze des Kapitalismus, der kapitalistischen, sich selbst vorantreibenden Produktivität, das Kapital selbst, das heißt, der irre Tanz ihrer bedingungslosen Produktivitätsspirale sei letztlich nichts als eine verzweifelte Flucht nach vorn, um dem ihr selbst inhärenten und sie schwächenden „Widerspruch“ zu entkommen. Dies sei unausweichlich die Stunde der kommunistischen Revolution durch das Proletariat.

Max Weber

Der Soziologe Max Weber stellte in seinem Buch Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus die These auf, dass der Kapitalismus in Europa aus religiösen Gründen entstanden sei und eine -im geistigen Sinne- Weiterentwicklung der Reformationsbewegung darstelle (vgl. das „protestantische Arbeitsethos“ und die protestantische Ethik allgemein). Da dies für Japan nicht haltbar war, untersuchte Weber die (funktional entsprechende) Rolle der Samurai.

Joseph Schumpeter

Der Volkswirt Joseph Schumpeter urteilte, die „Maschine Kapitalismus“ funktioniere nicht schlecht. Ihr Antrieb sei das freie Unternehmertum; gerade der Erfolg, der sich auch in Monopolen zeige, bringe es jedoch mit sich, dass der Kapitalismus seine eigene soziale Struktur zerstört, die ihn schützt und stützt, immer wieder zerstört und neu errichtet.
Er sah ihn zunächst als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Jedoch produziere er zunehmend einen Wasserkopf bürokratischer Strukturen und eine „Krise des Steuerstaats“ (indem er den Staat zu schwächen unternehme), der dessen Ende bedeuten könne, wie auch das der Demokratie. Von Schumpeter stammt auch die Idee der Kreislauf-Marktwirtschaft.

Zitate


- „Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.“ Abraham Lincoln, US-Präsident, 21. November 1864
- „Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.“ – Sir Winston Churchill (1874–1965), britischer Journalist und später Premierminister

Siehe auch


- Das Kapital, Monopolkapitalismus, Kulturkapitalismus, Kapitalismuskritik, Organisierter Kapitalismus, Spätkapitalismus
- Kommunismus, Liberalismus, Manchesterkapitalismus, Neoliberalismus, Regulationstheorie, Globalisierung, Freiwirtschaft
- Geld, Kapital, Wert, Entfremdung

Literatur


- Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit ISBN 3821839600
- Georg Fülberth:Kleine Geschichte des Kapitalismus, Köln 2005, ISBN 3894383151
- Friedrich Hayek: Die Verfassung der Freiheit ISBN 3161458443
- Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung, theorie.org, 2004, [http://www23.brinkster.com/buttelflink/paul/K.htm].
- Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition, Münster: Dampfboot, 2001, Verlagsinfo: [http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/454–5.html].
- Christoph Keese: Rettet den Kapitalismus, Hoffmann und Campe 2004 ISBN 3455094236 2004 ISBN 3-258-06683-3
- Jürgen Kromphardt: Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus ISBN 3825210170
- Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft, ISBN 3548363083, online: [http://www.sozialistische-klassiker.org/Kurz/Kurz01.pdf].
- Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politische Ökonomie, Berlin: Dietz, 1962, online: [http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm].
- Robert W. McChesney/Ellen Meiksins Wood/ John Bellamy Foster: Capitalism and the Information Age. The Political Economy of the Global Communication Revolution, New York: „Monthly Review Press“, 1998, ISBN 0-85345-988-6.
- Thomas K. McCraw (Hg.): Creating Modern Capitalism. How Entrepreneurs, Companies, and Countries Triumphed in Three Industrial Revolutions, Cambridge, MA und London: Harvard University Press, 3. Aufl., 2000, ISBN 0-674-17556-5.
- Johan Norberg: Das Kapitalistische Manifest ISBN 3821839945
- Ayn Rand: Capitalism: The Unknown Ideal, ISBN 0451147952
- Erwin K. Scheuch/Ute Scheuch: Manager im Größenwahn, ISBN 3-499-61481-2
- Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand ISBN 3540410031
- Shiro Takebayashi, Die Entstehung der Kapitalismustheorie in der Gründungsphase der deutschen Soziologie. Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie Werner Sombarts und Max Webers. Berlin: Duncker & Humblot 2003
- Lester C. Thurow: Die Zukunft des Kapitalismus ISBN 3896232096
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- Daniel Yergin, Joseph Stanislaw: Staat oder Markt ISBN 354870056X
- (Siehe auch:)Der Spiegel (Spiegel-Serie über Kapitalismus, 10-teilig ab Nr.17/25. April 2005)

Weblinks


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- Einführung in den Frühkapitalismus: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/f_j/fruehkap.htm
- Plädoyer für den Kapitalismus: http://www.liberalismus.at/Texte/kapitalismus.php
- Zeit-Artikel von Heiner Geißler: http://www.zeit.de/2004/47/Ohnmacht_2fArbeiter
- Zeit-Reihe „
Die Zukunft des Kapitalismus“ – Fegefeuer des Marktes: http://www.zeit.de/2005/30/Kapitalismusserie
- [http://www.gegeninformation.de/9227.html Versuch einer komprimierten Kritik am Kapitalismus]
- [http://www.sysserv24.de/landtax.htm Praktische Analyse des jetzigen Systems] !Kapitalismus Kategorie:Volkswirtschaftslehre Kategorie:Soziologie Kategorie:Marxismus ja:資本主義 th:ทุนนิยม


Anarchokapitalismus

Der Anarchokapitalismus zählt zu den libertären Theorien und propagiert eine radikale Form des Liberalismus. Seine Vertreter befürworten eine allein vom freien Markt und von freiwilligen vertraglichen Bindungen geprägte Gesellschaft und lehnen staatliche Eingriffe in das menschliche Zusammenleben ab. Daher spricht man in Zusammenhang mit ihm auch von "Markt-Anarchismus". Anders als der klassische Anarchismus fordert der Anarchokapitalismus ein weitgehendes Eigentumsrecht, das durch keinerlei unfreiwillige Verpflichtung - etwa seitens des Staates - gebunden sein soll. Für Anarchokapitalisten ist der Eigentumsbegriff so zentral, dass sie alle anderen Grundrechte wie z.B. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit ihm unterordnen oder aus ihm ableiten. Sie vertreten die Ansicht, dass sich alle Beziehungen zwischen Menschen, einschließlich Fragen der Justiz und der öffentlichen Sicherheit, über freiwillige Verträge und Vereinbarungen bestimmen lassen. Sie lehnen daher auch das staatliche Gewaltmonopol ab.

Theoretische Grundlagen

Die gedanklichen Grundlagen des Anarchokapitalismus speisen sich sowohl aus dem individuellen Anarchismus als auch aus dem Libertarismus, der sich aus dem klassischen Liberalismus entwickelte. Zu seinen geistigen Vorläufern im 19. Jahrhundert gehörte beispielsweise Max Stirner.

Einfluss des Liberalismus

Klassisch Liberale misstrauen seit jeher der Institution des Staates und forderten bereits seit dem 19. Jahrhundert, den monopolisierten Aufgabenbereich des Staates auf ein Minimum zu begrenzen. Dem Staat kommt nach ihrer Auffassung nur noch die Aufgabe zu, für Sicherhheit, also für den Schutz des Eigentums Sorge zu tragen.

Vom Liberalismus zum Anarchokapitalismus

Der liberale Ökonom Gustave de Molinari formulierte 1849 in seinem Werk "Über die Produktion von Sicherheit" als Erster Argumente, die über diese minimalstaatliche Auffassung noch hinaus gingen. Molinari betrachtete auch Werte und Aufgaben wie Sicherheit als Ware oder Dienstleistung wie jede andere. Eine gewaltgestützte Monopolisierung eines jeden Guts, also auch der öffentlichen Sicherheit liege aber, so Molinari, nicht im Kundeninteresse, da die Ausschaltung jeglichen Wettbewerbs jedes Gut verteuern und seine Qualität verschlechtern müsse. Er verneinte damit die Sonderstellung des Gutes "Sicherheit", wie sie noch vom klassischen Liberalismus vertreten wurde. Mit seinem Verzicht auf die letzten vom Liberalismus noch für notwendig erachteten Staatsaufgaben hatte er die theoretische Grundlage für den Anarchokapitalismus oder Marktanarchismus gelegt. Molinaris antistaatliche liberale Tradition wurde vor allem in den frühen Schriften Herbert Spencers sowie von Autoren wie Paul Émile de Puydt ("Panarchie"), Auberon Herbert und Albert Jay Nock ("Our Enemy, The State") weiterentwickelt. Heute wird der Anarchokapitalismus vor allem von Schülern des Wirtschaftswissenschaftlers Ludwig von Mises und der von Carl Menger begründeten "Österreichischen Schule", etwa von Murray N. Rothbard und Hans-Hermann Hoppe vertreten.

Eigentumsrechte

Grundlage jeglichen Eigentums ist nach der libertären Theorie das Selbst-Eigentum des Menschen an seinem eigenen Körper. So lautet das von Hans-Hermann Hoppe formulierte Ausgangsaxiom, dem ausnahmslos jeder Mensch zustimmen könne. Der Anarchokapitalismus leitet aus diesem Axiom ab, dass auch alles was der Mensch mit Hilfe seines Körpers erwerbe oder schaffe sein Eigentum sei. Im Falle natürlicher Ressourcen entstehe Eigentum durch die ursprüngliche Bearbeitung solcher Dinge, die bisher von keinem anderen Menschen genutzt oder als Eigentum beansprucht würden. Nach der anarchokapitalistische Theorie muss über diesen Punkt Konsens herrschen. Wo dies nicht der Fall sei, könne die Ursache dafür nur in einer Leugnung des Ausgangsaxioms liegen. Kritiker des Anarchokapitalismus bestreiten jedoch, dass aus dem Selbst-Eigentum des Menschen zwangsläufig ein Recht auf Aneignung und Nutzung aller von anderen Menschen nicht beanspruchten, natürlichen Ressourcen der Erde folge.

Ablehnung staatlicher Intervention

Aus dem anarchokapitalistischen Eigentumsbegriff ergibt sich die vollständige Ablehnung öffentlicher Eingriffsmöglichkeiten in die Freiheit des Individuums. Dies betrifft alle staatlichen Aufgaben und Souveränitätsrechte von der Erhebung von Steuern und Sozialabgaben über die Gesetzgebung bis hin zum Recht auf Kriegsführung und zum staatlichen Gewaltmonopol. Insbesondere verneinen die Anarchokapitalisten die Notwendigkeit sozialstaatlicher Maßnahmen. Ihr Eigentumsbegriff ist also umfassend: Selbstgeschaffenes Eigentum, aber auch Grund und Boden, sollen nach Auffassung der Anarchokapitalisten grundsätzlich privat sein. Auch für Sicherheit und Justiz solle jeder selbst sorgen können, gegebenenfalls mit Hilfe privater Sicherheitsdienstleister. Da nach Meinung der Anhänger libertärer Theorien jeder Einzelne der beste Vertreter seiner Interessen sei, kann der Staat per se nichts besser lösen als freie Individuen, die untereinander Verträge schließen. Folglich betrachten sie jede Intervention eines Staates in das Privatleben seiner Mitglieder prinzipiell als Übel, da sie stets mit einer Verletzung seiner individuellen Rechte, speziell seiner Eigentumsrechte, einhergehe.

Ablehnung des demokratischen Staates

Einer der Vordenker des Anarchokapitalismus, Hans-Hermann Hoppe, sieht in der Demokratie einen „zivilisatorischen Abstieg“ gegenüber der feudalistischen Gesellschaftsordnung. Er behauptet, aufgrund des dynastischen Denkens hätten absolutistische Monarchen ihr Land und die darin lebenden Menschen als ihr Eigentum und das ihrer Nachfahren betrachtet und seien daher nicht selten mit beidem pfleglicher umgegangen als gewählte Regierungen. Die moderne Demokratie dagegen zwinge die Politiker - aufgrund der ihnen nur auf Zeit verliehenen Macht - sich Stimmen zu erkaufen, entweder durch Wahlgeschenke, die aus Steuererhöhungen finanziert würden oder durch Gesetze, die nur einzelne Gruppen begünstigten. Dadurch verschlechtere sich im Laufe der Zeit der Allgemeinzustand ihres Landes.

Private Hilfe statt sozialer Rechte

Anarchokapitalisten sind der Auffassung, dass Hilfe für bedürftige Menschen wie Arme, Behinderte oder Arbeitslose auch ohne staatliche Institutionen geleistet werden könne. Sie setzen ganz auf Nachbarschaftshilfe und mildtätige, private Institutionen oder Stiftungen. Sie argumentieren, solche Institutionen seien effizienter, da sie aufgrund der die sozialen Kontrolle durch die privaten Spender mit weniger Bürokratie auskommen müssten. Zudem sind sie der Ansicht, dass Menschen mehr für wohltätige Zwecke spendeten, wenn die Steuerbelastung wegfiele. Als Beispiel dafür führen sie die Zunahme der Spendenbeträge während des Wirtschaftsbooms der 80er Jahre an, in dem sich die Spendenbeträge linear zum Einkommenswachstum vermehrt habe.

Haltung in der Gewaltfrage

Während die Anarchokapitalisten einerseits schon die Ausübung staatlicher Aufgaben eindeutig als "Zwangsmaßnahmen" und "Gewaltausübung" definieren, ist ihre Haltung gegenüber tatsächlicher, physischer Gewalt ambivalent. Einerseits folgt aus ihrer Verneinung des staatlichen Gewaltmonopols eine grundsätzliche Ablehnung militärischer Maßnahmen. Daraus folgt aber nicht zwangsläufig eine pazifistische Doktrin. In den USA beispielsweise gehören viele Anarchokapitalisten sogar zu den Befürwortern eines möglich weit gefassten Rechts auf freien Waffenbesitz. Anarchokapitalisten sind zwar grundsätztlich dagegen, in einem Konflikt zuerst zur Gewalt zu greifen. Aber wie auch der klassische Liberalismus, sehen sie die Anwendung von Gewalt als gerechtfertigt an, wenn sie der Verteidigung des eigenen Lebens oder Besitzes dient. Der Grad der erlaubten, defensiven Gewalt ist auch unter Anarchokapitalisten selbst umstritten. Einige befürworten es, wenn Initiatoren aggressiver Aktionen selbst zum Ziel vergeltender Gegenangriffe werden, die über eine einfache Gefahrenabwehr hinausgehen. Dem steht die Ansicht gegenüber, solche Gegenangriffe seien nur in soweit legitimiert, als sie in einem Abkommen zwischen den Parteien definiert seien, etwa in einem Statut. Eine andere umstrittene Anwendung des Defensiv-Prinzips betrifft die revolutionären Gewalt gegen tyrannische Regime. Viele Anarcho-Kapitalisten bewundern die Amerikanische Unabhängigkeitsbewegung als legitimen Akt von Individuen, die gemeinsam gegen tyrannischen Restriktionen einer Kolonialmacht ihre Freiheit erkämpft hätten. Tatsächlich war der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg nicht von freiwillig miteinender verbundenen Individuen sondern von den staatlichen Institutionen der 13 britischen Kolonien erklärt und geführt worden. Dennoch war er nach Murray Rothbard der der einzige gerechtfertigte Krieg der Vereinigten Staaten [1]. Gleichzeitig verurteilen er und viele seiner Anhänger die Mittel, die die Revolutionäre im Kampf genutzt hätten - die Eintreibung von Steuern, die Ausgabe von inflationärem Geld, Zwangsmusterung und -einziehung zum Militär - sowie das Ergebnis der Revolution: die Errichtung eines neuen, als Zwangsorganisation verstandenen Staates.

Kritik

Zentrales Leitmotiv des Anarchismus ist, dass er Herrschaft von Menschen über Menschen ablehnt. Kritiker des Anarchokapitalismus werfen seinen Vertretern vor, sie verfolgten Ideen, die auf eine rein sozialdarwinistische Gesellschaftsordnung hinausliefen. Sie betrachten sozialdarwinistische Verhältnisse als logische Folge einer Gesellschaftsordung, welche die Beziehungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Ausgangschancen allein über die Eigentumsverhältnisse regele. Besitz und Reichtum würden neue Machtstrukturen begründen, die allein auf dem Faustrecht des wirtschaftlich Stärkeren beruhten. Wirtschaftlich schwache Individuen seien in einer so organisierten Gesellschaft weitgehend schutzlos. Markt-Anarchisten gehen jedoch davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung bei einem völlig freien Markt Armut fast gänzlich beseitigen würde und private Wohlfahrtsorganisationen für die wenigen Ausnahmen ausreichende Fürsorge gewährleisten würden. Die Kritiker des Anarchokapitalismus halten das für eine trügerische Hoffnung. Kritisiert wird ferner, dass die Anarchokapitalisten die Sozialbindung des Eigentums nicht akzeptieren. Murray N. Rothbard brachte dazu ein Beispiel: Wenn nach einem Schiffsunglück der Eigentümer eines Rettungsboots dieses ganz allein für sich nutze und andere ertrinken lasse, so bleibe die einzig entscheidende Frage: "Wem gehört das Rettungsboot?” Die Anarchokapitalisten verweisen darauf, dass es für unterlassene Hilfeleistung informelle und zivilrechtliche Sanktionsmöglichkeiten gebe.

Kritik des Eigentumsbegriffs

Eine zentrale Frage des Anarchokapitalismus ist die nach der Entstehung und Durchsetzung von Eigentumsrechten, auf denen eine staatsfreie Gesellschaftsordnung beruhen soll. Wie kann gewährleistet werden, dass diese Eigentumsrechte anerkannt werden, wenn es keine dem Eigentum zugrundeliegende staatliche Rechtsordnung gibt? Anarchokapitalisten widersprechen in vielen Punkten den modernen Überlegungen der neuen Institutionenökonomik. Sie argumentieren, Eigentum entstehe durch Konsens darüber, wie knappe Ressourcen sinnvoll zu verwenden seien. Eigentum sei daher zuerst eine praktische Frage, eine Verhaltensnorm, die verhindere, dass über jede Kleinigkeit gestritten werden müsse. Diese Verhaltensnormen entstünden durch vertragliche Bindungen. Es werde vereinbart, wie Konfliktfälle zu lösen seien. Der Sinn solcher Verträge sei es, sich bei Vertragserfüllung stark und bei Vertragsbruch schwach zu machen. Nach Meinung der Anarchokapitalisten hätten daher alle Vertragspartner ein ernsthaftes Interesse an der Erfüllung des ausgehandelten Vertrages, und Eigentumsnormen seien so durchsetzbar. Aus Sicht der Kritiker ist diese Antwort nicht überzeugend, weil damit die Frage offen bleibe, wie ein in denkbaren Einzelfällen notwendiger allgemeiner Konsens über das Eigentum entstehen könne. Ein vertraglicher Konsens bestehe nur unter den Vertragspartnern; für eine für die Kritiker unverzichtbare allgemeine Eigentumsordnung sei es jedoch notwendig, dass auch Dritte das Eigentum und seine Verteilung anerkennen. Aus diesem Grund ist es nach Ansicht der Kritiker nicht ausreichend, wenn die vertragsschließenden Parteien zustimmen, denn die Eigentumsrechte könnten immer noch durch Dritte bestritten werden. Anarchokapitalisten sind der Meinung, die Durchsetzung des Rechts auf Eigentum könne ebenfalls auf vertraglicher Basis von privaten Sicherheitsdiensten wahrgenommen werden. Auch dafür, argumentieren die Kritiker, sei wiederum ein allgemein akzeptiertes Recht Voraussetzung. Wenn Recht nur durch Verträge zwischen Individuen und nicht durch einen "Gesellschaftsvertrag" zustande komme, seien nur die vertragschließenden Parteien an das durch sie geschaffene Recht gebunden. Solange es aber kein Recht gebe, das auch unbeteiligte Dritte mit einschließe, könne der Vertrag auch nicht wirkungsvoll durchgesetzt werden.

Kritik am Verzicht auf das Gewaltmonopol

Anarchokapitalisten glauben, dass sich durch Verträge zwischen Individuen und juristischen Personen ein von vielen Menschen akzeptiertes Rechtsystem entwickeln könne. Daraus könnten sich auch staatsähnliche Gebilde konstituieren, allerdings ohne Gebietsmonopol oder Zwangsmitgliedschaft. Die Anhänger des Anarchokapitalismus gehen von der Annahme aus, dass Individuen und juristische Personen im eigenen Interesse freiwillig vereinbarten Rechtsnormen zustimmen, die sich aus dem Wettbewerb verschiedener Sicherheitsdienstleister, also durch Angebot und Nachfrage, ergeben. Jeder werde freiwillig den Sicherheitsdienstleister wählen, der ihm am meisten zusage. Auf einem freien Markt, auf dem Staaten oder andere Rechtssysteme um Kunden werben müssten, werde Behördenwillkür oder Korruption auf ein Minimum absinken oder sogar ganz verschwinden. Kritiker halten dies aus mehreren Gründen für lebensfremd: Zum einen setzt das anarchokapitalistische Modell ihrer Meinung nach voraus, dass alle Menschen in etwa die gleichen Möglichkeiten und Fähigkeiten besitzen, ihre objektiven Interessen zu erkennen und zu wahren. Des weiteren könne in einem Gebiet, in dem aufgrund des Freiwilligkeitsprinzips mehrere Rechtssysteme nebeneinander existierten, kein allgemeingültiges Recht entstehen. Personen oder Institutionen, die mächtig genug seien, durch physische Gewalt auch unberechtigte Ansprüche gegen andere durchzusetzen, könnten in einem solchen System nicht zur Anerkennung von Rechtsprinzipien gezwungen werden. Es liege vielmehr in ihrem eigenen Ermessen, ob sie einem vertraglich geregelten Rechtssystem beitreten oder ganz darauf verzichten und Selbstjustiz üben. Für jeden, der Rechtsansprüche, etwa auf Eigentum, nur noch mit Hilfe privater Sicherheitsagenturen durchsetzen könne, reduziere sich das Problem auf die Frage, ob er sich dies finanziell leisten kann. Recht werde also wesentlich zu einer Frage des Besitzes. Eine weitere Gefahr sehen die Kritiker darin, dass Privatunternehmen auch im Sicherheitsbereich ein Interesse daran haben müssen, die Märkte für ihr Produkte zu vergrößern und die Nachfrage zu steigern. In einer anarchokapitalistischen Gesellschaft wäre es für sie nur eine Frage der Zeit, bis private, von keinerlei übergeordnetem Rechtssystem mehr kontrollierte Sicherheitsdienste eben jene Bedrohungslage zu schaffen begännen, gegen die sie ihren Kunden Schutz anböten. Nach Meinung der Kritiker öffnet der Verzicht auf das staatliche Gewaltmonopol also dem Recht des Stärkeren und mafiösen Strukturen und damit dem Entstehen eines neuen Staates Tür und Tor.

Kritik am Verzicht auf sozialstaatliche Leistungen

Kritisiert wird auch, dass der Anarchokapitalismus einen völligen Verzicht auf sozialstaatliche Strukturen fordert. Für seine Anhänger gibt es unter Menschen weder eine Pflicht, sich gegenseitig zu helfen, noch ein Recht auf Unterstützung. In einem Sozialstaat seien Bedürftige durch einklagbare soziale und Menschenrechte geschützt, denen durch neutrale staatliche Instanzen Geltung verschafft werde. In einer anarchokapitalistischen Gesellschaft dagegen sei jeder, der unverschuldet seines Vermögens und seiner Arbeitskraft beraubt werde und gegen die Folgen nicht versichert sei - unabhängig davon, ob er dies selbst versäumt hat oder finanziell nie dazu in der Lage war - einzig und allein auf die Gnade seiner Mitmenschen angewiesen. Darin sehen Kritiker nicht zuletzt eine Verletzung der Menschwenwürde. Dieses mögliche Ergebnis ist zwischen Anhängern und Gegnern des Anarchokapitalismus unstrittig. Es besteht ein Werturteilsstreit darüber, ob dies akzeptabel ist oder nicht.

Kritik in der Gewaltfrage

Die Haltung der Anarchokapitalisten in der Frage der erlaubten Gewaltanwendung sehen ihre Kritiker als besonders gefährlich an: Trotz vielfältiger Bekenntnisse zu prinzipieller Gewaltlosigkeit bestehen viele Anarchokapitalisten auf einem möglichst uneingeschränkten Recht auf Waffenbesitz und auf dem Recht, Leben und Eigentum auch gewaltsam schützen zu dürfen, wenn eines von beiden bedroht ist. Diese Haltung in Verbindung mit der weiten Auslegung dessen, was Gewalt überhaupt ist, ergibt in den Augen der Kritiker eine brisante Mischung: Sie führe unter Umständen dazu, dass Anarchokapitalisten mit physischer Gewalt auf gewaltlose staatliche Maßnahme reagieren könnten, sobald diese subjektiv als "Zwang" oder "Gewaltakt" empfunden würden.

Quellen

[1] Rothbard, Murray N. (1973.2) [http://www.antiwar.com/orig/rothbard_on_war.html Interview] Reason Feb 1973, Retrieved 10. August 2005

Literatur


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- Hoppe: Demokratie, der Gott der keiner ist ISBN 3-933497-86-8
- Blankertz: Das libertäre Manifest ISBN 3-8311-1869-8
- Friedman: Das Räderwerk der Freiheit ISBN 3-8330-0529-7

Weblinks


- [http://www.ef-magazin.de], libertäres, a.-s Magazin
- [http://www.lsr-projekt.de/msakap.html Die Anarcho-Kapitalisten und Max Stirner] Kategorie:Anarchismus Kategorie:Staatsform Kategorie:Liberalismus Kategorie:Politischer Begriff

Adam Smith

Adam Smith [] (
- 1723; † 17. Juli 1790 in Edinburgh) war ein schottischer Moralphilosoph und Ökonom und gilt als der Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre. klassischen Volkswirtschaftslehre

Leben

Herkunft

Smiths Vater, ein Anwalt, starb vor seiner Geburt; die Mutter, Tochter eines reichen Landbesitzers, widmete sich der Erziehung des kränklichen Kindes mit großer Sorgfalt. Adam Smith und seine Mutter bauten ein sehr inniges Verhältnis auf. Sie war es auch, die ihren Sohn in seiner späteren Ausbildung förderte. Das genaue Geburtsdatum Adam Smiths ist unbekannt, er wurde jedoch am 5. Juni 1723 in Kirkcaldy (Grafschaft Fife, Schottland) getauft. Smith wurde als Kind kurzzeitig entführt. Es gelang seinem Onkel jedoch, ihn wieder aufzuspüren.

Studium

Adam Smith studierte ab seinem 14. Lebensjahr von 1737 bis 1740 an der Glasgow University, wo er Vorlesungen von Francis Hutcheson besuchte, der ihn sowohl in seinen philosophischen als auch ökonomischen Überlegungen beeinflusste. Glasgow zeichnete sich zu dieser Zeit durch einen ökonomischen Aufschwung aus und diente Smith später auch als Objekt seiner ökonomischen Beobachtungen. Sein guter Abschluss im Jahr 1740 ermöglichte Smith ein weiteres Studium. Von 1740 bis 1746 studierte er Philosophie am Balliol College, Oxford. Sehr wohl fühlte er sich im damals recht beschaulichen Oxford allerdings nicht. Die Atmosphäre empfand er im Vergleich zu Glasgow als rückständig. Unter den Kommilitonen hatte er kaum Freunde. Zusätzlich zu den bereits bestehenden antischottischen Vorurteilen verschärfte der Jakobitenaufstand 1745 die Situation. Immer wieder litt er an gesundheitlichen Problemen. So berichtet er in einem Brief an seine Mutter von "einem hartnäckigen Skorbut mit einem Zittern des Kopfes".

Lehrtätigkeit

1746 kehrte Smith nach Kirkcaldy zurück. Er bemühte sich um eine Anstellung, fand aber keine geeignete. Aufgrund der guten Beziehungen seiner Mutter bekam er aber dann 1748/49 eine öffentliche Vorlesung in Edinburgh. Öffentliche Vorlesungen galten damals als Voraussetzung für eine Tätigkeit als Universitätsdozent. Seine Themen waren umfassend: Von englischer Literatur und Rhetorik über Philosophie bis zu Jurisprudenz. In akademischen Kreisen konnte Smith eine große Anhängerschaft gewinnen. Seine Zeitgenossen berichten über riesigen Andrang der Studierenden, obwohl diese Vorträge nicht zum offiziellen Lehrprogramm gehörten. Leider ist über den Inhalt der Vorlesungen kaum etwas überliefert, sie konnten nur über Mitschriften der Studenten rekonstruiert werden. Im Jahre 1750 (andere Quelle: 1751) wurde er im Alter von nur 27 Jahren Professor für Logik an der Universität Glasgow und 1752 Professor für Moralphilosophie, wofür er besser bezahlt wurde und Hutchinsons Lehrstuhl somit übernahm. Die Moralphilosophie deckte ein weites Spektrum von Theologie über politische Ökonomie bis hin zu Ethik ab, wobei Smiths Unterrichtsniveau als hoch eingestuft wurde. Seine Studenten waren 14 bis 16 Jahre alt. Unterrichtssprache war Latein, Smith unterrichtete bald jedoch als einer der ersten auf Englisch. In dieser Zeit entstand seine Freundschaft mit dem Philosophen David Hume. Sein erstes großes Werk, Theorie der ethischen Gefühle (1759) wurde zu einem Erfolg und machten ihn rasch bekannt. Es befasste sich mit der menschlichen Natur und ihrem Verhältnis zur Gesellschaft. Nicht eine höhere Instanz, sondern der Mensch selbst setzt sich selbst die Schranken. Smith hatte demnach ein eher positives Bild vom menschlichen Verhalten und steht damit im Widerspruch etwa zu Thomas Hobbes' Leviathan.

Bildungsreise

1763 legte er seine Professur nieder und nahm den finanziell lukrativen Posten des Tutors des jungen Henry Scott, 3rd Duke of Buccleugh an. Dieser war Stiefsohn Charles Townshends, der von Smith sehr beeindruckt war, und wurde von Smith von Anfang 1764 bis Ende 1766 bei dessen Bildungsreise auf dem europäischen Kontinent (Frankreich, Schweiz) begleitet. Diese dreijährige Tätigkeit brachte Smith eine lebenslange Rente von 300 Pfund jährlich ein. Aus dieser Zeit stammte seine Freundschaft mit dem Nationalökonomen Turgot und François Quesnay, den führenden Köpfen des Physiokratismus. Diese Bekanntschaft stellte sicherlich ein Schlüsselerlebnis dar. Weitere Stationen der Reise waren Besuche bei Voltaire in Genf und mit David Hume in den Paris Salons. Während dieser Bildungsreise verbrachte er ein ganzes Jahr in Toulouse. Da sein Französisch eher schlecht war und er nicht sehr sprachbegabt war, empfand er diese Zeit als sehr langweilig. Er begann deshalb im Jahr 1764 ein Buch zu schreiben (Der Wohlstand der Nationen). Die Reise musste 1766 abrupt abgebrochen werden, da der jüngere Bruder des Herzogs, der an dieser Reise teilnahm, plötzlich erkrankte und kurz darauf starb.

Letzte Jahre

Der Wohlstand der Nationen] Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien erschien Der Wohlstand der Nationen (1776) und wurde zu einem überwältigenden Erfolg. Schon bald folgten Übersetzungen etwa ins Deutsche. Smith beschreibt erneut die Auswirkungen von Eigeninteresse auf die Gesellschaft. Der Mensch neige zu Handel und Tausch und möchte seine Lebenssituation verbessern. Reichtum ergibt sich durch menschliche Arbeit. Von Bedeutung für Smith ist die Arbeitsteilung. Smith verbrachte die nächsten elf Jahre die meiste Zeit in seiner Geburtsstadt Kirkcaldy. Mit seiner im Jahre 1778 erfolgenden Berufung zum Zollkommissar von Schottland zog er in das benachbarte Edinburgh. Im Kampf gegen militante Tee- und Branntweinschmuggler war Smith als Zollkommissar rigoros. In Briefen ist überliefert, wie er das Militär zu Hilfe rief und zusammen mit seinen Kollegen alte Schiffsrümpfe an der Küste als Truppenstützpunkte stationieren ließ. Es gelang ihm innerhalb von zwei Jahren die Sanierung des schwer maroden schottischen Geldwesens. In dieser Zeit entstanden seine Freundschaften zu dem Chemiker Joseph Black und dem Naturforscher und Geologen James Hutton. Den Siegeszug der Dampfmaschine des befreundeten Erfinders James Watt erlebte Smith nicht mehr. Smith starb 1790. Nach dem Tod wurden nach Smiths testamentarischem Wunsch zahlreiche private Aufzeichnungen vernichtet. Smith muss dem Bild des "zerstreuten Professors" entsprochen haben. Es existiert eine Vielzahl von Anekdoten, die beschreiben, dass er eine vorwiegend geistige Existenz führte. So soll er zeitlebens Selbstgespräche geführt haben und auch einmal im Morgenrock auf der Straße angetroffen worden sein. Andererseits soll Smith überaus höflich gewesen sein. Sein Freund David Hume beschrieb ihn in einem Brief: „Sie werden in ihm einen wahrhaft verdienstvollen Mann finden, wenngleich seine sesshafte, zurückgezogene Lebensweise sein Auftreten und Erscheinungsbild als Mann von Welt getrübt hat.“ Smith machte mehrere Heiratsanträge, die jedoch alle abgelehnt wurden. Er baute eine ansehnliche Privatbibliothek auf.

Werke

Ökonomie

Smiths Wirken in der Ökonomie war vielseitig. So befasste er sich mit Arbeitsteilung, dem Prinzip des freien Marktes, der Verteilungstheorie, der Außenhandelstheorie und der Rolle des Staates (s. unten). Smiths Vorlesungen in Moralphilosophie bildeten 1759 die Grundlage für die Veröffentlichung seines philosophischen Hauptwerkes Die Theorie der ethischen Gefühle (Originaltitel The Theory of Moral Sentiments), in welcher er die Sympathie mit unseren Mitmenschen als Grundlage der Moral und als Triebfeder der menschlichen Arbeit unterstellte, etwas später sein Werk On the origin of languages and of the different genius of those which are original and compounded. 1776 erschien sein berühmtes ökonomisches Hauptwerk Wohlstand der Nationen - Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen (Originaltitel: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations), an dem er zehn Jahre lang zurückgezogen in Kirkcaldy gearbeitet hatte. Das Erscheinen dieses Buches wird als Geburtsstunde der Nationalökonomie angesehen. Zwischen beiden Werken wird oft ein Widerspruch gesehen, der als Adam-Smith-Problem in der ökonomischen Fachliteratur thematisiert wird. In Wohlstand der Nationen bezeichnet er die Arbeit (industria, industry, daher die Benennung des smithschen Systems als Industriesystem) als Quelle und Maßstab des Wertes. Im Gegensatz zur Anschauung der Merkantilisten und Physiokraten ist ihm jede nützliche Arbeit produktiv. Mit den letzteren bezeichnet er den nicht durch Staatseingriffe gehinderten freien Wettbewerb als Grundlage einer richtigen Arbeitsteilung. Der freie innere und internationale Verkehr bewirkt nach ihm nicht allein eine zweckmäßige örtliche und zeitliche Verteilung von Kräften und Mitteln sowie den Ausgleich von Preisen und Gewinnen, sondern auch die beste Förderung des Gemeinwohls. Zu Smiths Zeiten gab es die Ökonomie als Wissenschaft im heutigen Sinn noch nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass Smith als Moralphilosoph aus heutiger Sicht auf einem fachfremden Gebiet arbeitete, als er seine Arbeiten zur Ökonomie verfasste. Eine den Kernfragen der Ethik der sich Smith als Moralphilosoph auch widmete lautet: "Was ist bedeutsamer: das allgemeine, gesellschaftliche Glück oder das persönliche, individuelle Glück?". Smith bearbeitete sie im Wohlstand der Nationen indem er mit empirischen Schlussfolgerungen arbeitet. Seine Folgerung: Das allgemeine, gesellschaftliche Glück werde maximiert, indem jedes Individuum im Rahmen seiner ethischen Gefühle versucht, sein persönliches Glück zu erhöhen. Durch die unsichtbare Hand werde gleichzeitig auch das allgemeine, gesellschaftliche Glück erhöht. Diese Schlussfolgerung ist zwar im Sinne der Ethik durchweg "praktisch" und trifft in so mancher Betrachtung auch zu (zum Beispiel ein funktionierender, freier Markt). Ihre Verallgemeinerung auf ein universales Leitprinzip ist jedoch bis heute umstritten. Gerne vergessen aber sowohl Befürworter als auch Kritiker Smiths die Begrenzung des persönlichen Glückstrebens durch die ethischen Gefühle. Besonders populär geworden ist der von Adam Smith geprägte Begriff der unsichtbaren Hand: Das eigennützige Streben der Menschen trage zum Wohl der gesamten Gesellschaft bei. Zu berücksichtigen ist hierbei aber, was Smith unter "Gemeinwohl" versteht. Im "Wohlstand der Nationen" definiert er den Reichtum eines Staates über die "Summe aus dem Ertrag von Boden und Arbeit". Der Wohlstand eines Staates steigt also mit der (arbeitsfähigen) Einwohnerzahl. Um den Faktor Arbeit zu vermehren, muss die Nachfrage nach Arbeit (und damit die Lohnhöhe) so weit steigen, dass die unteren Schichten mehr Kinder aufziehen können. Steigt der Lohn über die zur Aufzucht ausreichender Arbeitskräfte nötige Höhe, so wird ihn die übermäßige Vermehrung bald wieder auf die nötige Höhe herabdrücken. Dies funktioniert auch umgekehrt: Vermehrt sich die "Spezies Mensch" zu stark, so wird ihr durch Nahrungsmittelknappheit eine Grenze gesetzt. Dies geschieht dadurch, dass die meisten der in den fruchtbaren Familien der unteren Schichten geborenen Kinder sterben. Nachzulesen in Kapitel 8: Der Lohn der Arbeit. Die unsichtbare Hand sorgt also dafür, dass die unteren Schichten immer genau die richtige Menge an Arbeitskraft reproduzieren. Weitere Veröffentlichungen von Adam Smith sind unter anderen A Dictionary of the English Language by Samuel Johnson, das er 1755 anonym veröffentlichte und mehrere Essays unter dem Titel Essays on Philosopical Subjects, die 1795 nach seinem Tod veröffentlich wurden. Smith verbrannte im Beisein seiner Freunde alle Notizen und Manuskripte. Er wollte so verhindern, der Welt etwas Unfertiges zu überlassen.

Staatstheorie

Smith sah den gesellschaftlichen Wohlstand in einem System der natürlichen Freiheit am besten verwirklicht. Er geht als Grundprinzip davon aus, dass durch die Verfolgung privater Interessen immer zugleich auch öffentliche Interessen erfüllt werden. Logische Konsequenz ist ein bürgerlicher Rechtsstaat, der kein eigenes Interesse wahrnimmt, sondern nur gesellschaftliche Rahmenbedingungen zur Verfügung stellt. Dem Staat kommen nach Smith drei zentrale Aufgaben zu: #Organisation der Landesverteidigung. #Schutz jedes Mitgliedes der Gesellschaft vor Ungerechtigkeit und/oder Unterdrückung. #Errichtung und Unterhalt von öffentlichen Anstalten, deren Errichtung oder Erhaltung durch Private nicht möglich wären, aber dennoch für die Allgemeinheit bedeutsam sind. Zum Beispiel sind das Unterrichts- und Transportwesen. Die allgemeine Bildung durch den Staat zu sichern, war für Smith ein sehr wichtiges Thema, da er sehr wohl die Gefahren der von ihm propagierten Arbeitsteilung sah. Damit ist die Verdummung von Arbeitern gemeint, die nur wenige Handgriffe ausführen. Der Staat soll dem „einfachen Volk“ Schulausbildung zugänglich machen und es sogar, nach seinen Worten, dazu zwingen. Das war auch Smiths Antwort auf das Grundproblem der Ökonomie, die soziale Frage. Durch diese gebotene Bildung wird dem einfachen Mann ein Aufstieg aus seiner durch Geburt vorgegebenen Situation ermöglicht, welchen er durch eigenen Fleiß erreichen kann. Die zentrale Funktion des Staates bleibt aber, das Privateigentum vor Übergriffen zu schützen. Aus obigen Gründen ergibt sich, dass Smith kein Vertreter eines reinen Nachtwächterstaates war. Smith lebte im Zeitalter des britischen Merkantilismus und konnte daher aus politischen Gründen einige seiner Vorstellungen zum Staat nicht klar ausformulieren. Er war wohl ein Befürworter eines parlamentarisch-republikanischen Staates im Gegensatz zu der herrschenden Monarchie. Die Schriften von Smith bildeten neben anderen das theoretische Fundament des späteren Manchesterliberalismus.

Kritik

Der Großteil der vorgefunden Kritik an Smiths Theorien beruht auf einem grundlegenden Missverständnis von Smiths Werken. Adam Smith ist entgegen häufig aufgestellter Behauptungen nicht ein Verfechter eines reinen, ungeregelten Kapitalismus. Er postuliert zwar, dass der freie Markt den Wohlstand mehrt, mahnt aber ausdrücklich das menschliche Mitgefühl als Korrektiv an. Will man Smiths Theorien gerecht kritisieren, so muss man seine Werke in ihrer Gesamtheit betrachten. Das heißt, der Wohlstand der Nationen steht nicht für sich allein, sondern ist unter anderem gemeinsam mit Smiths erstem Hauptwerk Die Theorie der ethischen Gefühle zu betrachten. Erst durch eine sorgfältige Betrachtung lässt sich eine Kritik einbringen, die Smith auch gerecht wird. Eine Thematik, die Adam Smith aufgrund seiner Zeit noch komplett unbekannt war, ist der Umweltschutz. Die ökologischen Auswirkungen der Wirtschaft werden in seinen Werken noch nicht bedacht. So finden auch die verschieden Möglichkeiten, dieser Problematik gerecht zu werden, keinen Eingang in seine Theorien. Heute berücksichtigen wir auch eine intakte ökologische Umwelt bei der Ermittlung der Lebensqualität und des "Wohlstands einer Nation".

Siehe auch


- Liberalismus, laissez-faire, David Ricardo, Karl Marx

Werke

Anmerkung: Wer ein wenig Englisch spricht, dem empfehlen wir Smith im englischen Original zu lesen. Er schreibt in einem eleganten, auch heute noch leicht zu folgenden, Sprachstil.
- [http://de.wikisource.org/wiki/en:The_Theory_of_Moral_Sentiments The Theory of Moral Sentiments] (1759, englischer Originaltext)
- [http://de.wikisource.org/wiki/en:The_Wealth_of_Nations An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations] (1776, englischer Originaltext)
- Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker, UTB 2005, ISBN 3-8252-26557

Literatur


- Thomas Rommel, Helen Winter: Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. DTV, München 2. Auflage 2003. ISBN 3-423-30708-0
- Karl Ballestrem: Adam Smith. Beck-Verlag, München 2001. ISBN 3-406-45976-5
- Ian Simpson Ross: Adam Smith, Leben und Werk. Verlag Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 1998. ISBN 3-87881-123-3
- Gerhard Streminger: Adam Smith. 2. Auflage. Rowohlt-Verlag, Reinbek 1999. ISBN 3-499-50440-5
- Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 2000 ISBN 3-540-41003-1 (314 Seiten)
- Paul Strathern: Schumpeters Reithosen. Die genialsten Wirtschaftstheorien und ihre verrückten Erfinder. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2003 ISBN 3-593-37293-2
- Peter Bendixen: Der Traum vom Wohlstand der Nationen. Kritik der ökonomischen Vernunft. WUV Universitätsverlag, Wien 2005 ISBN 3-85114-887-8

Populärwissenschaftliche Literatur


- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Weblinks


-
- [http://www.adamsmith.org/smith/ Smith auf den Seiten des Adam Smith Institute] (engl., unter anderem mit einem Archiv seiner Werke)
- [http://oll.libertyfund.org/Intros/Smith.php Smiths Werke als Onlineausgabe - Liberty Fund]
- [http://members.aon.at/gstremin Adam Smith, Texte, Darstellung seines Werkes und Zeittafel von Gerhard Streminger]
- [http://www.zeit.de/archiv/1999/20/199920.biblioserie-smit.xml Smith in der ZEIT-Bibliothek der Ökonomie]
- Victoria Krummel: [http://www.ecochron.de?pp_smith1 Die "Unsichtbare Hand": Vor- und Nachteile nicht-regulierter Märkte aus der Sicht von Adam Smith]. In: ECOCHRON. Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam Smith, Adam ja:アダム・スミス ko:애덤 스미스 ms:Adam Smith simple:Adam Smith th:แอดัม สมิท

Richard Cobden

Richard Cobden (
- 3. Juni 1804 in Dunford, Sussex; † 2. April 1865 in London) war ein englischer Unternehmer und die führende Figur des Manchesterliberalismus und der Freihandelsbewegung. Manchesterliberalismus

Leben

Richard Cobden wurde in arme Verhältnisse geboren; er hatte elf Geschwister. Weil der Vater sehr arm war und seine Existenz durch die Corn Laws noch besonders gefährdet wurde, wuchs Richard Cobden bei einem Onkel in Yorkshire auf. Der ermöglichte ihm den Schulbesuch. Fünfzehnjährig wurde er Angestellter in einem Londoner Warenhaus.
1831 gründete Cobden eine Firma in Lancashire, die sich mit der Verarbeitung von Baumwolle beschäftigte.
1833 reiste Cobden nach Frankreich, ans Mittelmeer und nach Amerika. 1836/37 reiste er dann in die Türkei, nach Spanien und nach Ägypten.
1839 gründet Cobden die Freihandelsbewegung (Anti-Corn Law League). Zusammenarbeit mit John Bright
1840 heiratet Richard Cobden die Waliserin Catherine Anne Williams. Sein einziger Sohn starb 1856 im Alter von fünfzehn Jahren.
1841 wurde Cobden ins Unterhaus gewählt.

Wirken und Schaffen

Cobden sorgte mit Reden im ganz England dafür, dass die Idee des Freihandels populär wurde; seine Anti-Corn Law Leage unterstütze ihn mit über 9 Million Broschüren. Daraufhin gingen über 2000 Petitionen mit insgesamt über 1,5 Millionen unterschriften im Unterhaus ein. Die konservative Regierung (Tories) um Premierminister Robert Peel kam nicht darum, die Corn Laws abzuschaffen. 1846 fielen die Corn Laws; nach 1847 musste kein Brite mehr in Friedenszeiten hungern.
Die positiven Auswirkung des Fall der Corn Laws hatten Vorbildcharakter. Nach und nach fiel eine Handelbeschränkung nach der anderen und stets profitierten die britische Wirtschaft und vor allem großen Arbeitermassen. Für Cobden Verdienste haben die englischen Arbeiter Denkmäler für ihn aufgestellt. Richard Cobden galt als Champion of the Poor.

Der Cobden-Vertrag

Der Cobden-Vertrag war ein bilaterales Abkommen zwischen Großbritannien und Frankreich im Jahre 1860. Der Cobden-Vertrag sorgte dafür, dass allein auf britischer Seite 371 Zölle fielen. Der Cobden-Vertrag hatte in ganz Europa Vorbildcharakter.

Cobdens Ideale

Richard Cobdens zielte ausschließlich auf die Verbesserung der Situation der Armen. Mit der Abschaffung der Corn Laws und zahlreicher Handelbeschränkungen hat er deren Situation auch verbessert. Für dieses politische Ziel hat er sich so verschuldet, dass politische Freunde für ihn um Spenden warben.
Nichts demonstriert Cobdens uneigenützigen Idealismus so sehr, wie seine Haltung zum Sezessionskrieg in den Vereinigten Staaten. Er hat die Befreiung der Sklaven begrüßt, unabhängig davon, dass die Südstaaten freihändlerisch waren und die Nordstaaten protektionistisch. Und auch unabhängig davon, dass Cobdens wirtschaftlich darunter litt, weil die Baumwollimporte aus den Südstaaten zurückgingen. Richard Cobden und die anderen Manchesterliberalen sorgten dafür, dass sich Großbritannien aus dem Krieg heraushielt. Für die Arbeiter, deren Existenz von der amerikanischen Baumwolle abhingen, sammelte Cobden Spenden.

Zitate


- Wenn ich in die Fabrikbezirke gehe, dann weiß ich, dass ich in eine triste Umgebung zurückkehre. Ich weiß, dass der Hunger durch das Land schreitet und dass Menschen aus Mangel an den einfachsten Lebensnotwendigkeiten zugrunde gehen. Wenn ich das sehe und mir ins Gedächtnis rufe, dass es ein Gesetz gibt, das insbesondere dafür sorgt, die Bevölkerung in absoluter Not zu halten, dann kann ich nicht umhin, der Gesetzgebung dieses Landes Mord zu unterstellen. Und wo immer ich stehe, ob hier oder draußen, ich werde dieses System des gesetzgeberischen Mordes anprangern. (1841)
- Wenn man die Getreidezölle ernsthaft abschafft, und den Freihandel in seiner einfachsten Form einführt, dann wird es in Europa nicht einen Zoll geben, der nicht innerhalb von fünf Jahren sich geändert hat. (1846)
- Ich kann mich des Landes, in dem ich lebe, nicht rühmen, so lange die Masse der Menschen ohne Erziehung und unwissend ist. (1851)
- [...] ich hoffe, den Tag zu sehen, an dem solch eine Einstellung allgemein wird: Kein Kind sollte gezwungen sein, in einer Baumwollfabrik zu arbeiten - schon gar nicht im jungen Alter von 13 Jahren; und auch danach sollten Arbeitsstunden maßvoll und die Arbeit leicht sein.

Schriften


- England, Ireland and America, by a Manchester Manufacturer, 1835
- Russia, 1836
- 1793 and 1853 in Three Letters, 1853
- How Wars are Got Up in India, The Origin of the Burmese War, 1853
- What Next -- And Next?, 1856
- The Three Panics, An Historical Episode, 1862
- Speeches on Questions of Public Policy by Richard Cobden, M. P., 2 Bände, hrsg. v. John Bright, J. E. Thorold Rogers, London 1870

Literatur


-
Richard Cobden und das Manchestertum, Carl Brinkmann, Hobbing Verlag. Berlin, 1924, aus der Reihe Klassiker der Politik, 10
-
The Life of Richard Cobden, John Morley, London 1881

Weblinks


-
- [http://www.ull.org.uk/eifrei/Inhalt_16/16-Cobden/16-cobden.html Zeitungsartikel über Richard Cobden] (Eigentümlich Frei, Nr. 16)
- [http://www.richard-cobden.de Seite über Richard Cobden]
- [http://www.liberalismus.at/Geschichte/index.php?name=cobden Biographie von Richard Cobden] Cobden Cobden Cobden

Samoiedo

Il Samoiedo è una razza canina che prende il nome da un termine obsoleto usato per indicare il popolo nenets, che vive in alcune aree della Siberia. Questo popolo di pastori nomadi di renne alleva questo bianco, soffice e allegro cane per aiutarli nel lavoro, trainare le slitte quando si spostano, e mantenere caldi i suoi padroni dormendo sopra di essi.

Temperamento

La loro indole amichevole non li rende buoni cani da guardia, ma ne fa degli eccellenti compagni, specialmente per i bambini o addirittura per altri cani. I samoiedi sono inoltre noti per essere talvolta estremamente ostinati.

Storia

Il nome samoiedi cadde rapidamente in disuso dopo la Rivoluzione d'ottobre (veniva percepito come denigratorio, si veda l'articolo sui nenets), ma per quell'epoca gli esploratori artici (come, Fridtjof Nansen e Roald Amundsen) avevano portato in Europa un numero sufficente di esemplari da far si che il nome venisse preservato e che la razza si stabilisse sia nel vecchio continente che in Nordamerica. Questi cani vengono impiegati ancora oggi per trainare le slitte, ma raramente come cani da pastore.

Samoiedo famosi


- Laika, il primo essere vivente lanciato in orbita, era un incrocio tra terrier e samoiedo.

Collegamenti esterni


- [http://www.samoiedo.info/sam/itindex.html Club Italiano Razze Nordiche - Sezione Samoiedo]
- [http://www.samoyed.org/ Samoyed.org] ja:サモエド categoria:Razze canine

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